Wir erinnern uns: Die psychisch kranke, deutsch sprechende Australierin Cornelia Rau wurde grundlos für über 10 Monate in einem australischen ›Detention Centre‹ festgehalten. Man bemerkte zwar ihr auffälliges Verhalten, konnte die Schizophrenie jedoch nicht diagnostizieren. Für DIMIA war Cornelia ein klarer Fall von Visavergehen. Stur und eigensinnig, unberechenbar, aber eindeutig eine illegale Einwanderin.
Die Regierung hat mittlerweile eine Kommission gebildet, die den Vorfall jetzt untersuchen soll. Diese Kommission ist selbstverständlich nicht öffentlich.
Jetzt wurde noch ein weiterer Fall bekannt. Ein französischer Tourist wurde in ein Internierungslager gebracht. Man verweigerte ihm einen Anwalt und verzögerte es mit haarsträubenden Argumenten den französischen Botschafter zu verständigen. Letztendlich fand man heraus, dass er ein gültiges Visum hatte. Keine Entschuldigung, nichts, ab in den nächsten Flieger nach Paris. Und ja das Maul halten. Tat er nicht, er klagte. Jetzt muss die australische Regierung Schadenersatz zahlen.
Die Fragen, die sich mir in diesem Zusammenhang stellen, aber sicher nicht auf der Agenda der Kommission stehen:
Wie viele Australier sitzen derzeit noch in Internierungslagern für illegale Einwanderer? Wie viele Touristen mit gültigem Visa werden dort festgehalten? Wie viele der Asylsuchenden leiden nach jahrelanger zermürbender Haft an psychischen Krankheiten, ohne, dass man diese erkennt, da man offensichtlich nicht einmal in der Lage ist eine klassische Schizophrenie zu diagnostizieren?
Einen schönen Sonntag noch!
Marcus Starck
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Sonntag, 20. Februar 2005
Nachtrag Cornelia Rau aka Anna
Samstag, 19. Februar 2005
Autsch,
da bin ich wohl jemanden mit »Nichts vs. Nothing« ein bisschen auf den Schlips getreten. Wollte ich nicht, ehrlich.
Als Schriftsteller legt man sich ja ein dickes Fell zu, oder wie Mickey Spillane einst sagte:
I don't care what they say about me, as long as they don't rip up my dollar bills.Nur Kritiker dürfen ihre zart besaiteten und verletzbaren Seelchen pflegen. Mir solls recht sein.
Wann schreibt Marcus Starck eigentlich seine Bücher? Will er mich zum Duell auf der Criminale im Sauerland herausfordern? Nö, da hab’ ich keine Lust drauf.fragt Ludger. Nur um das klarzustellen: Auf ein Duell habe ich auch keine Lust (Ich kriege nämlich meinen Säbel nicht ins Flugzeug und mit einer geborgten Duellpistole möchte ich auch nicht gegen ihn antreten).
Doch auf ein Bier würde ich mich gerne mit Ludger treffen. Ich geb’ auch Einen aus ;-)
Die Frage wann ich eigentlich schreibe, (die Süße nervt mit der selben Frage mehrmals täglich) habe ich übrigens hier, hier, hier, hier und hier bereits mehr oder weniger direkt beantwortet.
Alles Liebe von der sommerlichen Seite des Globus
Marcus Starck
Freitag, 18. Februar 2005
Nichts vs. Nothing
Google fight: Nichts tritt gegen Nothing an.
Nothing gewinnt! (Nichts 30,200,000 Einträge, Nothing 103,000,000 Einträge)
Wie wär’s damit: Deutscher Krimipreis vs. Glauser.
Das sieht nich gut aus für den DKP.
Marcus Stack vs. Ludger Menke
Ha! Hab ich’s doch gewusst ;-)
Google Fights, auch eine sinnlose, jedoch unterhaltsame Art, sich von der eigentlichen Arbeit zu drücken.
!!!WARNUNG!!! Hohe Suchtgefahr!
Alles Liebe vom anderen Ende der Welt
Marcus Starck
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Donnerstag, 17. Februar 2005
Trends Episode II: Attack of the Clones
Marketing, Kommerzialisierung, das Verhältnis zwischen Autor, Verlag und Leser. Wer sei schuld fragt Ludger Menke?
Die Verlage, weil sie jeden Trend folgen, die Autoren, weil sie ihre Feder in den Wind hängen oder sind es die Leser, die jeden Schrott kaufen, weil es gerade in ›In‹ ist, oder weil ein Autor international (sprich in den USA) Millionen seiner Bücher verkauft hat?
Dann folgt der Angriff der Clones: Die nachgemachten Crichtons zum Beispiel. Auch Dan Brown inspirierte ein Heer von Autoren auf seinen Zug aufzuspringen. Oder Mankell und seine Nachfolger. Nicht zu vergessen Joanne Rowling, die mit ihrem Harry Potter einen Trend gesetzt hat, dem viele Autoren mehr oder weniger erfolgreich hinterher schreiben.
Jeder Autor fragt sich, was diese erfolgreichen Autoren haben und man selbst nicht. Schreiben sie besser? Hat der Verlag vielleicht mehr ins Marketing investiert? Warum werden gerade Bücher dieser Autoren gekauft und gelesen? Wer setzt die Trends? Ist das alles Marketing?
Eines ist klar: Mit ausgeklügeltem Marketing kann man alles verkaufen, selbst Fürze in Dosen. Das meine ich so wie ich es sage. Fürze in Dosen sind der Renner der Saison hier in Australien. ›Stinky‹, eine kleine Dose die fürchterlich stinkt, wenn man sie öffnet wird hier zu tausenden für $2.49 verkauft. Alles eine Frage des Marketings. Vielleicht sollte ich ›Fürze in Dosen‹ nach Deutschland exportieren?
Bei Büchern ist es nicht anders. Die Frage, die sich stellt ist, inwieweit ein Verlag bereit ist das Risiko einzugehen einen deutschen Autor entsprechend in den Markt zu drücken. Dass es funktioniert hat uns Werbefachmann Frank Schätzing mit seinem ›Schwarm‹ demonstriert.
Ist dem wirklich so? Offensichtlich nicht, sonst gäbe es mehr Erfolge wie den ›Schwarm‹. Oder glauben bloss alle, es wäre nicht so einfach und deshalb wagt sich keiner ein wenig abseits der ausgetretenen Trampelpfade? Ist das Risiko wirklich zu gross?
Der Buchmarkt ist komplex. Ein chaotisches, fraktales System, bestehend aus primär vier einzelnen ebenfalls fraktalen Subsystemen, jedes mit eigenen chaotischen Regeln und nur indifferenten Schnittstellen.
1. Autoren,
2. Verlage,
3. Buchhändler und
4. Leser.
Jede der vier Gruppen verfolgt unterschiedliche Interessen .Doch genau hier liegt das Problem. Verlage und Buchhändler sind in erster Linie Unternehmen, die Gewinne erwirtschaften müssen. Diese beiden Gruppen verfolgen ein Ziel: Möglichst viele Bücher zu verkaufen. Dieses Ziel deckt sich nicht unbedingt mit den Motiven von Autoren oder Lesern und verkommt immer mehr zum Ratespiel.
... Fortsetzung folgt ... vielleicht ... mal sehen ...
Marcus Starck
Mittwoch, 16. Februar 2005
Trends
Regionalkrimis, Wirtschaftskrimis, Kirchenkrimis, Katzenkrimis, Wissenschaftsthriller — wohin geht der Trend? Was soll ein Schriftsteller schreiben um beim Leser anzukommen? Alles Schmarrn.
Wen interessiert das wirklich?
Außerdem, wer einem Trend folgt, schreibt dem Trend hinterher.
Meine Motivation zu schreiben ist eine ganz Andere: Ich schreibe weil ich schreiben muss. Es sind so viele Worte in mir, die wollen alle raus. Früher habe ich sie mit anderen Sachen, wie »Vorstand spielen« klein gehalten, doch irgendwann wurde der Druck zu groß und der Kessel explodierte. Da konnte ich nichts dagegen machen, außer sortieren und aufs Papier klatschen. Fertig.
Alles Liebe aus dem sonnigen Perth
Marcus Starck
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Dienstag, 15. Februar 2005
Procrastination — »Ich mach das später!«
Wer kennt das nicht? Wir alle neigen zeitweise zum Aufschieben. Bei mir ist es derzeit besonders schlimm. Wichtige Dinge bleiben liegen, dafür glänzt mein Schreibtisch, die Ablage ist sortiert und abgeheftet, der Rasen gemäht und mit Dünger versorgt, selbst der neue Werkzeugschuppen ist perfekt aufgeräumt. Das Internet bietet Ablenkung. Foren, Blogs, News, die hinterhältigsten Zeitdiebe.
Reine Beschäftigungstherapie.
Das was ich eigentlich machen sollte liegt mir gegenüber auf der Lauer, wie eine Kobra, die ihr Opfer hypnotisiert. Vielleicht schaffe ich es heute an meinem Manuskript weiterzuarbeiten?
All the best!
Marcus Starck
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Montag, 14. Februar 2005
Hochzeitstag
Eigentlich wollte ich nur noch schnell einen Absacker in der Bar des Hotels Terminus nehmen, doch außer Joe dem Barkeeper (jeder gute Barkeeper heißt Joe, egal wie er wirklich heißt!), war keiner mehr da.
»Marcus?« fragte er, als ob er sich vergewissern wollte, dass ich ich sei.
Ich nickte. »Wo sind die Anderen?«, wollte ich wissen, während Joe, ohne dass ich etwas bestellt hätte, eine ›Bloody Mary‹ mixte, mit extra Tabasco, viel Pfeffer und einem dreifachen Vodka, genau wie ich sie mag.
Joe zuckte mit den Schultern und stellte mit einem mach-hinne-Mann-ich-will-nach-Hause-Blick den Drink auf die kleine Papierserviette, die vor mir auf dem Tresen lag. Dann machte er das Licht an und begann seine Bar aufzuräumen.
Ich war wieder einmal zu spät, oder zu früh, kommt ganz darauf an. Langsam machte sich eine schwere Müdigkeit in mir breit. Ich bin nicht mehr der Jüngste, durchgemachte Nächte machen mir mittlerweile schwer zu schaffen. Vielleicht bekomme ich hier für den Rest der Nacht ein Zimmer?
Der Nachtportier, ein granteliger Mittfünfziger mit grauem Haar und zerknitterter Uniform, schüttelte bloß den Kopf. »Ausgebucht« war alles was er sagte, bevor er sich wieder hinter seiner Agatha Christie verzog. Meine Bitte, doch eine nette Nachricht für die Anderen zu hinterlassen, schien er nicht mehr wahrzunehmen. Dabei wollte ich nur sagen, dass ich das, was hier Regula Venske, Silvia Kaffke, H.P. Karr, Edith Kneifl, Ralf Kramp, Christine Lehmann, Birgit H. Hölscher, Horst Eckert, Roger M. Fiedler, Peter Zeindler, Jürgen Alberts und Walter Wehner auf die Beine gestellt haben, wirklich großartig finde.
Nach Hause konnte ich nicht. 12.2. Hochzeitstag, vergessen, nicht mal an Blumen habe ich gedacht. Nach 22 Jahren. Was für ein Fauxpas. Die Süße ist sauer. So bald brauche ich nicht mehr nach Hause zu kommen. Da ist sie strikt.
Vielleicht hat sie sich ja morgen wieder beruhigt? Unwahrscheinlich.
Meine Lieblingskneipe ›The Boat‹ hat noch offen. Nach zwei Flaschen Devil’s Lair Semillon Sauvignon Chardonnay schlafe ich auf dem Tresen ein und träume von Stripperinnen in Las Vegas. Peinlich.
Vielleicht ist ja morgen wieder alles gut?
Ich bezweifle es, wahrscheinlich stehen meine Koffer bereits gepackt im Vorgarten. Vielleicht heuere ich besser gleich bei der ›Royal Australian Navy‹ an.
Alles Liebe aus dem sommerlichen Perth wünscht ein total verkaterter
Marcus Starck
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Sonntag, 13. Februar 2005
Fundstücke
Man sollte das eigentlich für einen schlechten Scherz halten: Channel 4 plant eine Realty TV-Show, in der sich die Kandidaten freiwillig einer ähnlichen Behandlung wie die Gefangenen in Guantánamo Bay unterziehen lassen. Die Show soll die Effekte untersuchen, die »Milde Folter« auf die sieben Kandidaten hat.
Die Show mit dem Titel: »The Guantánamo Guidebook« wird einige der Praktiken anwenden, die auf der U.S. amerikanischen Marinebasis auf Kuba verwendet werden, um Informationen aus den hunderten Gefangenen herauszuholen, die dort ohne Prozess oder Recht auf einen Anwalt seit beinahe drei Jahren festgehalten werden. (Den kompletten Aktikel dazu aus dem Guardian gibt es hier)
Und noch ein Fundstück zum Thema Krieg. Den Amerikanern gehen die Soldaten aus. Die Bush Regierung denkt laut über die Wiedereinfürung der Wehrpflicht nach. Aber erst wird die Brieftasche gezückt. Neuen Rekruten für die Infanterie wird ein »Sign-on« Bonus von $15.000 gezahlt. Soldaten die ihre Verträge verlängern bekommen gar $30.000 Bonus. Reicht das um von einer Autobombe zerfetzt zu werden oder mit einer Kugel im Körper in einem schwarzen Plastiksack nach Hause zu kommen? 300 Millionen Dollar sollen dafür zur Verfügung gestellt werden. Das ist mehr als die US für die Tsunamiopfer locker gemacht haben.
Muss man das wirklich noch kommentieren, wundert sich
Marcus Starck
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Samstag, 12. Februar 2005
Bin ich wirklich schon so alt?
In seinem Blog wundert Ludger sich:
Blog-Wars Episode IV heißt der neuste Eintrag bei Marcus Starck. Ich weiß zwar nicht, wie der gute Marcus auf Episode IV kommt, aber gut.
Wir erinnern uns (oder auch nicht):»Star Wars Episode IV: A New Hope« 1977, vor 28 Jahren, Harrison Ford als Han Solo, Carrie Fisher als Princess Leia Organa, Luke Skywalker, Ben Obi-Wan Kenobi, C-3PO, R2-D2, Chewbacca und natürlich Darth Vader, den man nicht vergessen darf. Billige Spezialeffekte und ein C-Grade-Movie, das Filmgeschichte schrieb.
Nur so nebenbei und ganz langsam zum mitschreiben:
Episode IV: A New Hope war der erste Teil der ersten Trilogie während Episode I: The Phantom Menace insgesamt der vierte Teil aber gleichzeitig der erste Teil des Prequels, oder besser, der erste Teil der zweiten Trilogie war und 1999 also 22 Jahre nach Episode IV in die Kinos kam. Alles klar?
Verdammt, 28 Jahre ist das schon her. Ich denke ich werde schön langsam alt. Vielleicht ist Ludger auch einfach zu jung, um sich schon daran zu erinnern?
Marcus Starck ... (Hier klicken um weiter zu lesen)
Freitag, 11. Februar 2005
Blog-Wars Episode IV
Unglaublich, Ludger Menke, dem man schon eine Wörtche-Proskynese unterstellt hat und der keine Gelegenheit auslässt, mit einem spitzbübischen Lächeln genau darauf hinzuweisen, eben dieser Ludger Menke, kann auch positiv sein. Das scheint ihn selbst zu überraschen. Mit einer netten Entschuldigung
Weil mir ja immer wieder vorgeworfen wird, ich sei so negativ (bin ich gar nicht)weist er in seinem jüngsten Blogeintrag auf ein Buchprojekt hin, das er noch gar nicht gelesen haben kann, weil es erst im März erscheint.
Wahrscheinlich ist genau das der Grund für Ludgers Anflug von Positivität. Es liegt ihm noch kein Text vor, den er irgendwie kritisieren könnte. Verwunderlich wenn nicht inkonsequent ist, dass er, der sonst kein gutes Haar am deutschen Krimi lässt, hier auf ein Buch hinweist, das von zwölf deutschen Krimiautoren geschrieben wurde.
Sollte die dunkle Seite der Macht letztendlich wirklich verlieren? Nah, das kommt erst in Episode VI...
»Hotel Terminus«, das Buch um das es geht, ein gemeinsames Projekt der Preis gekrönten Autoren Regula Venske, Silvia Kaffke, H.P. Karr, Edith Kneifl, Ralf Kramp, Christine Lehmann, Birgit H. Hölscher, Horst Eckert, Roger M. Fiedler, Peter Zeindler, Jürgen Alberts und Walter Wehner.
Bei diesem Projekt bin ich mit Ludger übrigens einer Meinung. Auf dieses Buch freue ich mich!
All the best and have fun
Marcus Starck ... (Hier klicken um weiter zu lesen)